Weißwurstschießen 2014

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Michael Licht macht seiner Freundin Ramona Singer nach einem sportlichen Volltreffer einen Heiratsantrag auf dem Schießstand.

Neben Gaudi und Unterhaltung gab es beim Weißwurst-Schießen bei Traumwetter sogar einen Hochzeitsantrag nach einem Volltreffer.

 

Schutterwald.   Eigentlich überließen die Verantwortlichen des Schützenvereins nichts dem Zufall. Mit einigen Arbeitseinsätzen hatten die Mitglieder das Vereinsgelände auf Hochglanz gebracht. »Chef-Dekorateurin« und Vorstandsgattin Cordula Osswald verzauberte das Schützenhaus  mit viel Liebe zum Detail zum schön geschmückten »Wiesn-Zelt«.
Dass sich die zahlreichen Besucher am Feiertags-Freitag ab den frühen Nachmittagsstunden dennoch lieber ins Freie setzten, lag am herrlichen Spätsommerwetter. Spontan wurden die Sitzgelegenheiten im Hof aufgestellt. Doch nicht nur die Helfer zeigten sich spontan. An Spontanität nicht zu übertreffen war Michael Licht.
Was der 25-jährige Schutterwälder bereits im Stillen geplant hatte, setzte er nach einer »10« mit dem Kleinkalibergewehr, der Höchstringzahl, in die Tat um. Er machte seiner Liebsten, der ein Jahr jüngeren Ramona Singer, noch auf dem Schießstand einen  Hochzeitsantrag. Das Läuten der »Zehner-Glocke« bekam daher eine ganz besondere Bedeutung für das Paar sowie die erstaunten Teilnehmer und Helfer. Die erste Verlobung auf dem Schießstand dürfte in die Vereinsgeschichte eingehen.
In Trachtenkleidung
Wie viele andere Besucher kam das junge Paar in Trachtenkleidung ins Schützenhaus. Neben optischen Anreizen lockte auch der versprochene Enzian für Dirndl- und Lederhosenträger – sozusagen als Zielwasser. »Das macht der Enzian«, war sich beispielsweise auch Nicole Osswald sicher, nachdem sie mit zwei hintereinander geschossenen »Zehnern« aufhorchen ließ.
Nicht alltäglich sicher auch die Teilnahme von Oskar Seigel. Der 91-jährige stand pünktlich um zehn Uhr als erster Starter auf dem Schießstand parat. Eine Brille benötigte der Senior nicht – er hatte die Zielscheibe in 50 Metern fest im Blick. Bei der Wahl der Schießhaltung genoss er alle Freiheiten: Liegend, sitzend und im Stehen suchte er den Weg ins Ziel.
Doch nicht nur der älteste Schütze  kam in den Genuss der großzügigen Reglements-Auslegung des Weißwurst-Schießens.  40 von 50 möglichen Treffern waren erforderlich, um vom Verein auf ein kostenloses Weißwurst-Frühstück eingeladen zu werden. Wenn es knapp wurde, addierten die Helfer das Ergebnis von weiteren Schießscheiben hinzu, so dass sich der sportliche Erfolg bei so gut wie jedem Teilnehmer in einen kulinarischen Treffer umwandeln ließ. Bereits am Spätnachmittag musste Vorsitzender Hans-Martin Osswald »ausverkauft« melden. Bei zünftiger Musik stand dennoch bis in die Abendstunden Geselligkeit an.

aus dem Offenburger Tageblatt vom 06.10.2014 von Frank Hansmann (Quelle)

Bilder gibt es hier: Weißwurstschießen 2014